Nachruf Charly Zollinger 14. September 1948 – 15. Juni 2026
Obwohl Charly sieben Jahre älter war als ich, trat ich als Schüler vor ihm mit 7 Jahren 1964 in den Judo-Club Basel ein. Das Judo prägte aber später unsere gemeinsame Zeit im sportlichen, beruflichen und privaten, freundschaftlichen Bereich.
In unterschiedlichen Trainingsgruppen arbeiteten wir uns zu unseren Meistergraden hoch und sind beide Träger des zweiten Dan.
Charly hat sich neben dem Judo-Sport auch einen Namen als Kuatsu-Instruktor gemacht. (Kuatsu ist eine traditionelle japanische Erste-Hilfe- und Wiederbelebungskunst aus den asiatischen Kampfkünsten, die auf Reizen, Reflexen und manuellen Techniken basiert.) Er war Schiedsrichter, Trainer, Mitglied der Technischen Kommission, des Ausschusses für Judo-Prüfungen und Helfer bei vielen Anlässen.
Die eigentliche Zusammenarbeit und Beziehung auf privater Basis mit uns hat begonnen, als ich Präsident des Judo-Clubs Basel geworden bin und er in der Technischen Kommission Einsitz hatte.
Er leitete auch das Dienstag-Training, das ihm sehr am Herzen lag. Denn neben dem normalen Training war für ihn auch die Geselligkeit sehr wichtig. Grillabend, Fondue-Plausch und das gesellige Zusammensein nach dem Training am Aeschenplatz hatten einen grossen Stellenwert. Entsprechend waren in diesem Kurs auch die Teilnehmer eine engverbundene Gruppe.
Einschneidend war, als Charly und Ruth sich für einige Jahre berufsbedingt nach Ägypten verabschiedeten. Charly fragte mich, ob ich das Training während seiner Abwesenheit übernehmen könnte. Nach seiner Rückkehr nach Basel führten wir das Training im Sinne von Charly gemeinsam weiter.
Da ich eine Beziehung im Dienstag-Training gefunden hatte, war es für uns klar, dass Charly der Götti von unserem erstgeborenen Michael geworden ist, was auch das private Leben weiter geprägt und die Beziehung erweitert hat.
Charly als Organisator war perfekt – organisatorisch und planerisch. Im OK der vom JCB durchgeführten Schweizer Meisterschaften im Judo hat er einen perfekten Festabend organisiert. Dabei konnte er auf seine Beziehungen und Kontakte in der Musik- und Fasnachtsszene bauen. An einem gemeinsamen OK-Gespräch hat er mir dann auch erzählt, dass er mit einem Freund als Duo auftrete, und erzählte mir eine Geschichte, die unglaublich ist: An einem Hochzeitsfest, an dem sie engagiert waren, kam es zu unschönen Szenen innerhalb der beiden Familien, die dann ein bisschen ausarteten. Genug davon – das Duo packte ein, gab die Gage zurück, und weg waren sie! Das war Charly, wie er war.
Charly war kompetent, konsequent, kämpferisch, kleinlich genau und kolossal engagiert.
Danke, dass Du dem Judo-Club Basel und uns allen so viel gegeben hast. Wir denken mit grossem Respekt an Deine Hinterlassenschaften.
Heinz Furer, 28. Juli 2026